Luftfahrt-Glossar
Wirbelringstadium
Ein gefährlicher aerodynamischer Zustand bei Hubschraubern (VRS). Der Rotor saugt seinen eigenen Abwind erneut an und verliert Schub — mehr Collective verschlimmert die Lage.
Das Wirbelringstadium (Vortex Ring State) tritt auf, wenn ein Hubschrauber ausreichend schnell vertikal sinkt (typischerweise > 300 ft/min) unter Leistung bei geringer Vorwärtsfahrt (< etwa 20 kt). Der Rotorabwind rollt sich um die Blattspitzen ein, und der Rotor arbeitet zunehmend in seinem eigenen Abwind — der Schub sinkt, die Sinkrate beschleunigt sich, und die instinktive Collective-Erhöhung des Piloten verschlimmert die Lage nur. Beendigung: die Rotorscheibe nach vorn neigen, um ungestörte Anströmung zu erhalten („aus dem Ring herausfliegen“). Vorbeugung: schnelle Sinkflüge unter Leistung vermeiden, Fahrt im Endanflug und beim Übergang in den Schwebeflug beobachten.
Verwandte Begriffe
- AutorotationEin Flugzustand, in dem die Luftströmung durch den Rotor diesen ohne Triebwerksleistung weiterdrehen lässt. Ermöglicht dem Hubschrauber eine sichere Landung nach einem Leistungsausfall.
- Zyklische SteuerungDie mit der rechten Hand bediente primäre Hubschraubersteuerung. Neigt die Rotorscheibe und legt die Flugrichtung fest — vorwärts, rückwärts oder seitwärts.
- MastanschlagEin gefährlicher Zustand bei Hubschraubern mit zweiblättrigem halbstarrem Rotor: Die Rotornabe schlägt gegen den Mast — meist bei geringer oder negativer G-Belastung. Fast immer katastrophal.