Luftfahrt-Glossar
Mastanschlag
Ein gefährlicher Zustand bei Hubschraubern mit zweiblättrigem halbstarrem Rotor: Die Rotornabe schlägt gegen den Mast — meist bei geringer oder negativer G-Belastung. Fast immer katastrophal.
Mastanschlag (Mast Bumping) ist ein Phänomen, das für zweiblättrige halbstarre Rotoren typisch ist (Robinson R22, R44, Bell 206). Drückt der Pilot im Reiseflug den Cyclic abrupt nach vorn und erzeugt dabei geringe oder negative G-Kräfte, erzeugt der Rotor keinen Schub mehr und hält den Rumpf nicht mehr darunter „hängend“. Eine korrigierende Cyclic-Eingabe überträgt sich dann als Rollmoment auf den Rumpf (durch den Schub des Heckrotors); der Rotor hat nichts, wogegen er sich neigen kann, und die Nabe schlägt gegen den Mast. Der Mast wird dauerhaft beschädigt und der Rotor löst sich im Flug. Vorbeugung: niemals negative G-Kräfte erzeugen, nur mit sanfter Cyclic-Eingabe nach hinten korrigieren, niemals seitlich. Vollgelenkige Dreiblattrotoren (Cabri G2) und gelenklose Rotoren sind davon nicht betroffen.
Verwandte Begriffe
- Zyklische SteuerungDie mit der rechten Hand bediente primäre Hubschraubersteuerung. Neigt die Rotorscheibe und legt die Flugrichtung fest — vorwärts, rückwärts oder seitwärts.
- WirbelringstadiumEin gefährlicher aerodynamischer Zustand bei Hubschraubern (VRS). Der Rotor saugt seinen eigenen Abwind erneut an und verliert Schub — mehr Collective verschlimmert die Lage.